Der Winter verabschiedet sich , der Frühling naht – und damit stellt sich auch die Sehnsucht nach dem Wandern ein. Hier ein Tipp für eine ganz wunderbare Tour: den Dolomiti Brenta Trek.
Meine „Via Pensionista“ (hier der Beginn der damaligen Serie) zu Beginn meines so genannten „Ruhestands“ hat ihn mir große Sehnsucht geweckt. Wir kamen damals, im Jahre 2017, vom Adamello in die Brenta und waren überwältigt von der Schönheit dieses Gebirgsmassivs. Leider waren wir damals zur falschen Zeit am richtigen Ort – nämlich mitten im August.
Nicht nur die Italiener stürmten damals zu Ferragosto dieses herrliche Gebiet, sondern auch die Münchner, für die Mariä Himmelfahrt in jenem Jahr ideal für ein verlängertes Wochenende lag. So begeistert wir von der herrlichen Landschaft waren, so große Schwierigkeiten hatten wir mit dem Rummel. Es entpuppte sich nämlich als großes Problem, überhaupt einen Schlafplatz in den Hütten zu finden.

2017: Wie auf einem Landschaftsgemälde des 19. Jahrhunderts: Kühe vor den Brenta-Felsen

Erinnerungen an unsere erste Tour durch dieses herrliche GebirgeWir haben es geschafft: Auf dem Brenta-Joch ist Zeit für eine kurze Pause…
Doch die Faszination dieser Bergwelt ließ mich nicht los, und so will ich es nun im noch weiter fortgeschrittenen Alter doch nochmal probieren: Diesmal ganz früh, gleich zu Beginn der Wandersaison. Vielleicht ist ja jetzt noch nicht so viel los.
Im Internet bin ich auf dem Dolomiti Brenta Trek gestoßen – einen Fernwanderweg, von dem ich zuvor noch gar nichts gehört hatte. Ein telefonischer Rundruf macht mir Hoffnung: Übernachtungsprobleme gibt es nur wegen Arco, unserem treuen vierbeinigen Begleiter. Aber den wollen wir nicht zuhause lassen. Gut ist es da, daß die Hüttenwirte uns immerhin erlauben, unser Zelt vor ihrem jeweiligen Rifugio aufzuschlagen. Und so zeige ich mich solidarisch mit Arco und packe das Zelt ein, das wir uns heuer gegenseitig zum Geburtstag geschenkt haben. Diesmal schaffe ich es sogar, mich am Riemen zu reißen: Mein Rucksack wiegt bei der Abreise nur 13 Kilo.
Wir fahren diesmal nicht mit dem Auto, sondern nehmen uns ein Euregio-Ticket des Verkehrsverbunds Tirol (VVT) für 42 Euro für uns beide (besser gesagt: für alle drei). Die Zugfahrt dauert zwar rund sieben Stunden – aber sie ist wunderschön! Erst durch die Ammergauer Alpen bis Garmisch, dann durchs Karwendel nach Innsbruck, dann auf den Brenner mit Umstieg dort in einen italienischen Regional-Schnellzug Richtung Bologna, mit dem (durch die endlosen Obstplantagen des Etschtals) nach Mezzocorona und schließlich mit der gemütlichen (und erstaunlich gut besetzten) Schmalspurbahn durch das Nonstal bis Malé im Val di Sole.

Am Brenner heißt’s umsteigen – der Schnellzug Richtung Bologna wartet…..
Wir übernachten etwas außerhalb bei Ella Manzoni im Bed and Breakfast – einer freundlichen älteren Dame, die wie Christine malt (und es mittlerweile aufgegeben hat). Ihr idyllisches altes Haus liegt im ältesten Ortsteil von Malé. Der Fürstbischof von Trient hat hier vor gut 800 Jahren eine Siedlung bauen lassen, weil es hier Wasser gab. Ella vermutet, daß Ihr Haus fast genauso alt ist.

Unser erstes gemütliches Quartier: Elia Manzonis Bed and Breakfast in einem historischen Gebäude.
Zum Abendessen müssen wir wieder hinein ins Dorf. Am Kirchplatz finden wir das Ristorante La Tana del Barba („die Höhle des Bartes“). Es ist ein angenehm lauer Sommerabend, wie ich ihn bislang zuhause im Außerfern vermisst habe. Und so sitzen wir draußen und genießen das italienische Flair.
Christine entscheidet sich für Polenta mit Pilzen, ich wähle köstliche Strangolapreti mit Lardo (Speck) und geräuchertem Ricotta.

Christine genießt Polenta mit Pilzen…

… und ich köstliche Strangolapreti mit Speck.
Mein Blick fällt auf eine riesige italienische Fahne, die an einer Kapelle aufgehängt ist (für mich ein gewöhnungsbedürftiger Anblick), aber entgegen meiner ersten Vermutung hat das wohl nichts mit Fußball zu tun (Italien ist bei der EM in Deutschland zu diesem Zeitpunkt ja schon ausgeschieden) – an diesem Wochenende ist vielmehr großes Alpini(Gebirgsjäger)-Treffen in Malé. Und zwar aus Anlaß des 95-jährigen Bestehens der örtlichen Gruppe. Daher sind im Zentrum von Malé auch einige Bühnen aufgestellt. In den nächsten Tagen wird wohl ordentlich gefeiert.

Male freut sich auf die Alpini….
Ich gönne mir noch ein Eis in der Gelateria Alpina (absolut empfehlenswert!!!!), auch Christine schwärmt von ihrer heißen Schokolade, und die Wirtin, die das Eis auch selbst macht, strahlt ob unseres Lobes übers ganze Gesicht…
Aber jetzt müssen wir heim ins Quartier. Es war ein langer Tag heute, und morgen müssen wir ja bald raus. Schließlich warten 1200 Höhenmeter Steigung auf uns…
1 Kommentar
Dolomiti Brenta Trek (1): Malé – Rifugio Peller – Jürgen Gerrmann · März 21, 2025 um 6:35 pm
[…] Dolomiti Brenta Trek: Prolog […]
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